Rund 70 bis 80 Anwohnende und Akteure kamen am 21. April 2026 in der Freizeitstätte Huzur zusammen, um sich beim Stadtteilforum Schöneberg Nord über aktuelle Entwicklungen im Kiez zu informieren und auszutauschen. Die Veranstaltung, die früher unter dem Namen „Präventionsrat Schöneberg Nord“ bekannt war, trägt nun bewusst einen neuen Titel, um die thematische Breite des Forums stärker widerzuspiegeln.

Zu Beginn gedachten die Teilnehmenden mit einer Schweigeminute der verstorbenen Jutta Werdes und würdigten ihr Engagement für den Stadtteil.

Inhaltlich spannte sich der Abend über mehrere zentrale Themenfelder: Aktuelles aus dem Bezirksamt, Entwicklungen im Straßen- und Grünflächenbereich, die Vorstellung der neuen bezirklichen Ansprechperson für queere Lebensweisen sowie aktuelle Anliegen aus dem Kiez.

Ein wichtiges Thema war die sogenannte Regionalkasse. Aufgrund einer deutlichen Überzeichnung der Fördermittel können in diesem Jahr nicht alle eingereichten Projekte berücksichtigt werden. Die Anwesenden hatten die Möglichkeit, ihre Favoriten zu bewerten und so ein Stimmungsbild abzugeben.

Aus dem Bezirksamt wurde unter anderem über Verzögerungen beim Projekt Notrufsäule berichtet sowie über die weiterhin schwierige Suche nach geeigneten Räumen für ein geplantes Nachtcafé. Größere Perspektiven eröffnete hingegen der geplante „Campus der Generationen“, dessen Fertigstellung derzeit für 2031 vorgesehen ist. Auch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Potsdamer Straße macht Fortschritte und bildet künftig einen wichtigen Rahmen für verschiedene Projekte im Gebiet.

Im Bereich Verkehr und öffentlicher Raum wurden zahlreiche konkrete Probleme angesprochen: von der angespannten Verkehrssituation in der Bautzener Straße über unklare Radwegeführungen bis hin zu Sicherheitsbedenken an Kreuzungen und Baustellen. Das Bezirksamt kündigte an, einige Maßnahmen zu prüfen und perspektivisch nachzusteuern.

Mit Kai Münch stellte sich zudem die neue beauftragte Person für queere Lebensweisen vor. Ziel seiner Arbeit ist es, die Sichtbarkeit und Sicherheit queerer Menschen im Bezirk zu stärken. Geplant sind unter anderem Präventionsprojekte, Netzwerkarbeit sowie die Weiterentwicklung der „Aktion Noteingang“ als Schutzangebot bei Hasskriminalität.

Unter „Kiez aktuell“ wurde unter anderem die kontrovers diskutierte Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksamt und dem Verein „Kulturelle Erben“ thematisiert. Hier besteht weiterhin Klärungsbedarf, der in kommenden Gesprächen vertieft werden soll.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es wie auch zu Beginn musikalische Beiträge der Leo Kestenberg Musikschule. Das Catering wurde wieder von RefueEat zur Verfügung gestellt. Das nächste Stadtteilforum ist für Herbst 2026 geplant.

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