Um wesentliche Errungenschaften der sozialen Infrastruktur und des Bewohnerengagements, die durch die jahrelangen Aktivitäten im Rahmen des Programms der Sozialen Stadt durch das Quartiersmanagement geschaffen wurden, dauerhaft zu sichern, hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in der Bezirksregion Schöneberg Nord eine Stadtteilkoordination als zentrales Element der Sozialraumorientierung vor Ort eingesetzt.

Wissenstransfer abgeschlossen

Zu Beginn der Tätigkeit der Stadtteilkoordination im August 2020 stand der Wissenstransfer vom Quartiersmanagement zur Stadtteilkoordination in Verbindung mit der Regionalkoordination der OE SPK (Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination) im Vordergrund, um die sichtbaren Erfolge von mehr als 20 Jahren Quartiersmanagement sichern und weiterentwickeln zu können. Hierzu gab es bis zur Beendigung des QM im Dezember 2020 einen strukturierten und regelmäßigen Austausch. Im Rahmen des Wissenstransfers wurden die Schwerpunkte der Projekttätigkeit gestaltet und weiterentwickelt. Die Stadtteilkoordination wurde in bestehende Netzwerke und Arbeitsgemeinschaften integriert. Zu den zukünftigen Aufgaben der Stadtteilkoordination zählt nun, das Erfahrungswissen aus dem QM-Prozess an die Menschen und Akteur*innen im Quartier weiterzugeben.

Beteiligung und Stärkung der Nachbarschaften

Die Stadtteilkoordination greift Themen auf, die bei den Bewohner*innen und Akteur*innen vor Ort entstehen und vernetzt die Beteiligten bzw. sie ermöglicht ihre Vernetzung. Durch die Weiterleitung der Arbeitsergebnisse an die Bezirksebene wird eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen Verwaltung und lokaler Ebene erreicht. Die Stadtteilkoordination hat zum Ziel, sich als Ansprechperson für die Bewohnerschaft zu etablieren. Sie trägt zur Aktivierung, Beteiligung, Gestaltung und Vernetzung im Stadtteil bei, sowie zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Bewährte Beteiligungsformate des Quartiersmanagements, wie z.B. Kiezgespräche und Kiezfeste sollen weitergeführt werden.

Quartiersrat und Präventionsrat Schöneberger Norden

Der Quartiersrat hat sich als eines der wichtigsten Beteiligungsgremien und als ein relevanter Kristallisationspunkt für die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements und die Erschließung der Potentiale der Bewohner*innen bewährt. Die Stadtteilkoordination stärkt den Quartiersrat in seiner Eigenständigkeit und begleitet den weiteren Verstetigungsprozess, um ihn als längerfristig quartiersbezogen agierendes Stadtteilgremium zu erhalten. Sie unterstützt den Quartiersrat bei der Organisation der Sitzungen, Projektentwicklungen und der Öffentlichkeitsarbeit (u.a. durch die Bereitstellung eines Raumes im Stadtteilbüro.
Der Präventionsrat, eine seit 1998 wichtige öffentliche Plattform für Information, Vernetzung und Partizipation wird zukünftig zweimal im Jahr stattfinden. Die Stadtteilkoordination ist beteiligt an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Präventionsrates, der gemeinsam mit dem Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen sowie der Regionalkoordination organisiert wird.

Vernetzung im Quartier

Zu einer der wichtigsten Aufgaben der Stadtteilkoordination gehört die Vernetzung im Quartier über die Beteiligung an und die Unterstützung von Netzwerken wie den Bildungsverbund, das Netzwerk der Religionsgemeinden, die IG Potsdamer Straße oder das Gartennetzwerk. Zu den bedeutenden Partnern der Gebietsentwicklung wie z.B. der Gewobag und ehrenamtlichen Gremien wird eine enge Zusammenarbeit aufgebaut. Bereits etablierte und erfolgreiche Modelle der Vernetzung sind weiterzuführen, wie z.B. Kiezgespräche oder Arbeitsgemeinschaften.

Schnittstelle zwischen Quartier und Verwaltung

Die Stadtteilkoordination fungiert als Schnittstelle zwischen Stadtteil und Bezirksamt. Sie arbeitet eng mit den Bewohner*innen und Akteur*innen und mit den Fachabteilungen des Bezirksamtes zusammen. Sie kommuniziert wichtige Themen und Informationen in die Bezirksverwaltung und umgekehrt.

Kontakt- und Anlaufstelle im Gebiet

Die Stadtteilkoordination bildet mit ihrem Stadtteilbüro eine Anlaufstelle mit der Möglichkeit eines Kontaktaufbaus für Netzwerke, Akteur*innen und Initiativen der lokalen Ebene, z.B. zum Austausch über Belange vor Ort oder der Abstimmung von Maßnahmen und Projekten.
Als künftiger Anker der Verstetigung wird der “CAMPUS der Generationen” verstanden, in der die Stadtteilkoordination nach Fertigstellung angesiedelt wird.

Vom ehemaligen QM-Gebiet zur gesamten Bezirksregion

Gemeinsam mit der Regionalkoordination soll eine sich an den Bedarfen der Bewohner*innen orientierte Strategie zur Erweiterung vom ehemaligen Quartiersmanagement-Gebiet zur gesamten Bezirksregion Schöneberg Nord entwickelt werden. Mit einigen Akteuren aus der Bezirksregion (u.a. Maneo, Nachbarschaftszentrum Kiezoase) wird bereits seit Beginn der Vor-Ort-Arbeit kooperiert.

Gegenüberstellung Stadtteilkoordination und Regionalkoordination

Die Ausgestaltung der Stadtteilkoordination im Schöneberger Norden fungiert als Modellprojekt, in dessen Rahmen der Aufbau eines zweigliedrigen Systems von Regional- und Stadtteilkoordination für den gesamten Bezirk Tempelhof-Schöneberg entwickelt wird. Zwischen der Stadtteilkoordination und der Regionalkoordination besteht eine enge Kooperation, um gemeinsame Handlungskonzepte und Beteiligungsformate für eine nachhaltige Partizipation in der Bezirksregion zu entwickeln. Für beide Stellenbereiche ist ressortübergreifendes und sozialraumorientiertes Arbeiten die essenzielle Grundlage. Die bisherigen Erfahrungen im Bereich Regionalkoordination haben gezeigt, dass es für Bezirksregionen mit einer Größe von ca. 50.000 Einwohner*innen eine weitere, zwischengeschaltete Ebene braucht, um eine Region in dieser Größe nachhaltig im Sinne einer guten und Sozialraumorientierung “bespielen” zu können. Daher braucht es eine Differenzierung zwischen einer strategischen Ebene, abgedeckt durch die Regionalkoordination, sowie eine quartiersnahe Ebene, abgedeckt durch eine Stadtteilkoordination. Damit einhergehend bedarf es einerseits einer personellen Verankerung innerhalb der Verwaltung als auch andererseits einer operativen, niedrigschwelligen Ebene im Quartier.

Kontakt:

Stadtteilkoordination plus
Stadtteilbüro Schöneberg Nord
Tina Waleschkowski
Pallasstraße 5, 10781 Berlin
Tel: 030 81 87 15 87
Fax: 030 81 87 15 88
Mobil: 0151 727 839 54
E-Mail: info@schoeneberg-nord.berlin
Sprechzeiten:
Mo 10-12 Uhr, Mi 14:30-16:30 Uhr
und nach tel. Vereinbarung
Träger des Projektes:
Pestalozzi-Fröbel-Haus
Stiftung des öffentlichen Rechts
Karl-Schrader-Straße 7-8, 10781 Berlin